Neues Stadtquartier in Frankfurt: Kulturcampus

In Frankfurt-Bockenheim, das wir letzte Woche im Stadtteilportrait vorgestellt haben, hat die Stadt in Kooperation mit zahlreichen Arbeitsgemeinschaften und der ABG Frankfurt Holding Großes vor. Auf einem ca. 17 Hektar großen Areal, welches eine Verbindung zu den Stadtteilen Bockenheim und Westend darstellt, wird ein neues Stadtquartier entstehen, der Kulturcampus Frankfurt.

Auf diesem Gelände ist in den kommenden Jahren der Kulturcampus Frankfurt geplant. Foto: AGB Frankfurt Holding
Auf diesem Gelände ist in den kommenden Jahren der Kulturcampus Frankfurt geplant. Foto: ABG Frankfurt Holding

Geplant ist der Bau von ca. 1.200 neuen Wohnungen, Kulturstätten, einer vielfältigen Gastronomie und Shoppingmöglichkeiten. Der Kulturcampus soll mehr werden als ein „Neubaugebiet“, er soll ein bedeutendes Projekt der Stadtentwicklung sein und vielleicht auch diejenigen besänftigen, die sich regelmäßig über den angeblich sterilen Charme von Stadtquartieren wie Frankfurt Riedberg beschweren.

Spätestens wenn die Goethe Universität im Jahre 2017 den Standort Bockenheim verlässt, soll es losgehen mit der großflächigen Bebauung. Als erstes ist die Realisierung von Wohnungen und Büros vorgesehen.

Allerdings bedarf es noch einiger Diskussionen, bis alles wirklich so aussieht, wie es sich die Verantwortlichen – der Kulturcampus gehört seit 2011 der ABG Frankfurt Holding – letzten Endes vorstellen. Bislang hat die ABG Holding den Bau von 79 Eigentumswohnungen auf dem Gelände des ehemaligen AfE-Turmes angekündigt.

In kontroversen Diskussionen fordern Bürgergemeinschaften, dass die Interessen von Wohngruppen und WGs bei der Gestaltung des Geländes und der Wohnungsplanung angemessen mit berücksichtigt werden. Derzeit wird auch über „zu viel Abgrenzung durch Zäune und Gitter“ gegenüber angrenzenden Gebäuden diskutiert. Der Grundgedanke der „offenen Bebauung“, eines der Merkmale Bockenheimer Quartiersentwicklung, soll auch beim Kulturcampus umgesetzt werden.

Eigentumswohnungen in Passivhausbauweise

Anfang der Woche wurde bekannt, dass die Stadt beschlossen hat, den Bebauungsplanentwurf „Bockenheimer Warte/Senckenberganlage“ öffentlich auszulegen. Ein aus Sicht der Stadtverwaltung wichtiger Schritt zur Umsetzung des ehrgeizigen Projektes, das vieles von dem vereinigen soll, was moderne Quartiersentwicklung heutzutage leisten muss. Dazu gehören Aspekte wie „Nachhaltigkeit“, „Vielfalt“, „Gemeinschaft“ und „Kultur“. Dementsprechend ist geplant, alle Neubauprojekte, auch die neuen Eigentumswohnungen, in Passivbauweise zu realisieren.

Ein neues Wohnviertel in Frankfurt Bockenheim

Entlang der Gräfstraße sowie im Inneren des Kulturquartiers sind großzügige neue Wohnquartiere geplant. Dabei orientiert sich die Stadt nicht zuletzt an modernen Wohn- und Bauformen: geplant ist, bis zu 15 Prozent der gesamten Wohnfläche an gemeinschaftliche Wohnprojekte wie Genossenschaften und Baugemeinschaften zu vergeben.

Die Bewerbungsfrist für Wohngruppen und Genossenschaften, die sich auf dem Kulturcampus ansiedeln möchten, läuft noch bis zum 31. Januar 2014. Über die Auswahl der künftigen Bewohner wird dann in einem Gremium entschieden.

Restaurants, Café und Geschäfte sollen ergänzend dazu beitragen, dass das Viertel Leben erhält. Ebenso wichtig sind Flächen für Kultureinrichtungen. Diese sind etwa in Nachbarschaft zur Hochschule für Musik und Darstellende Kunst geplant. Auch an die kleinen Bewohner wurde gedacht: Im Süden des Areals wurde jüngst eine ca. 2.500m² große Fläche für Kindertagesstätten vorgesehen. Weitere Einrichtungen zur Kinderbetreuung sollen über das neue Quartier verteilt entstehen. Auch Bestandsgebäude wie das „Philosophicum“ der Universität sollen in das umfangreiche Wohnprojekt integriert werden.

Neubauprojekte mit Höhenbegrenzung

Um zu verhindern, dass der Geschosswohnungsbau „ausufert“, ist in Entsprechung an die benachbarten Quartiere eine gleichmäßige Höhenentwicklung geplant. Entlang der Gräfstraße gelten für die Wohnbebauung Höhengrenzen von maximal 19 Metern und eine Anpassung an die maximal fünfgeschossige Gebäudestruktur Bockenheims.

Was Hochhäuser angeht, bildet den Maßstab unter anderem der Hochhaus-Gebäudekomplex nahe der Georg-Voigt-Straße. Realisiert werden ein gewerblich zu nutzendes Hochhaus-Ensemble zwischen 100 und 140 Meter Höhe sowie ein Wohnturm, der 70 Meter hoch werden soll.

Wie es mit dem Kulturcampus weitergeht, lesen Sie regelmäßig an dieser Stelle. Erste Bauarbeiten im Norden des Geländes sollen bereits 2014 beginnen.

Über aktuelle Neubauprojekte im Großraum Frankfurt und bundesweit informieren Sie sich auf dem neubau kompass.

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