Plusenergiehäuser: die Herausforderung der Zukunft

Am kommenden Donnerstag, den 22. Mai, startet in Frankfurt das vierte Symposium zur Zukunft des Bauens mit dem Schwerpunkt „Ganzheitliche Konzepte zur Erstellung von Plusenergiehäusern“. Veranstalter sind DETAIL research und die Forschungsinitiative Zukunft Bau.

Gemäß der EU-weiten Energiepolitik sollen Plusenergiehäuser ab dem Jahr 2021 in Europa die Norm sein. Bis es so weit ist, bleibt allerdings noch einiges zu tun.

Neue Bien-Zenker HŠuser machen mobil / Erste Plus-Energie-Haus-Siedlung in der Metropolregion FrankfurtRheinMain
Neue Bien-Zenker HŠuser machen mobil / Erste Plus-Energie-Haus-Siedlung in der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Foto: BIEN-ZENKER AG

Plusenergiehäuser erzeugen so viel Energie – in der Regel aus alternativen Quellen – wie sie verbrauchen. Sie sind eine technische Fortführung des Passivhauses, welches sich durch seinen extrem niedrigen Energiebedarf auszeichnet. Ziel ist, durch den Bau eines Plusenergiehauses so wenig Strom wie möglich in das öffentliche Netz einzuspeisen.

In der Regel wird die zusätzliche Energieerzeugung durch eine leistungsstarke Solaranlage für die Warmwasser- und Stromgewinnung erreicht. Weitere Elemente eines Plusenergiehauses sind häufig die Südlage, große Fensterfronten, eine exzellente Wärmedämmung sowie eine kontrollierte Wohnraumlüftung.

Plusenergiehäuser sind schwer zu bauen

Ein Plusenergiehaus zu bauen ist gar nicht so einfach. Das zeigen verschiedene Tests, die bundesweit in den vergangenen zwei Jahren, überwacht von Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts, durchgeführt wurden.

Zum Beispiel in Berlin: hier wohnte eine Testfamilie 15 Monate lang in einem Pilotprojekt. Das Projekt lief nicht so „rund“ wie angenommen: der erwartete Energieverbrauch wurde um ca. 75 Prozent überschritten, dafür war der errechnete Ertrag durch die Photovoltaik rund 20 Prozent niedriger als im Vorfeld angenommen.

Für den hohen Verbrauch machten die Experten vor allem das Heizsystem verantwortlich. Dieses ist zuständig für die Leistung eines Plusenergiehauses. In Berlin kamen Luft-Wasser-Wärmepumpen zur Anwendung. Sie reagieren extrem sensibel mit einem hohen Zusatzverbrauch auf die Vorlauftemperaturen. So kann eine zu hoch eingestellte Betriebstemperatur zum Beispiel das gesamte Heizsystem durcheinander bringen und die Energiebilanz extrem verwässern.

Allerdings muss nicht jede Wärmepumpe schlecht sein: ist das gesamte Heizsystem möglichst wenig komplex und wird auf die Nutzung unterschiedlicher Heizungen im Haus verzichtet, können Wärmepumpenheizungen bei richtiger Feinjustierung durchaus adäquat arbeiten.

Erste Plusenergiehaus-Siedlung im Rhein-Main Gebiet

In Bad Vilbel ist im Neubauprojekt „Quellenpark“ die erste Siedlung von Plusenergiehäusern im Rhein-Main Gebiet entstanden. Alle Reihenhäuser erzeugen mit einer Solaranlage und einem Kompaktgerät zum Heizen, Lüften und Warmwasserbereitung sowie einigen Erdkollektoren mehr Energie, als sie verbrauchen. Die überschüssige generierte Energie wird über eine Schnittstelle in den Aufladeprozess von E-Autos und E-Bikes gesteckt.

Womöglich ist es noch ein weiter Weg, bis in Europa ausschließlich Plusenergie-Gebäude stehen, aber die Anfänge sind zweifellos gemacht. Auch immer mehr Neubau-Immobilien vom Bauträger entstehen in Passivhausbauweise. Finden Sie interessante Projekte im Großraum Frankfurt auf dem neubau kompass.

Lesen Sie auch, wie es in Stuttgart mit dem Projekt „Energieautarkes Haus“ aussieht:

 

 

 

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