Neues Baugebiet in Frankfurt gefunden

Der Riedberg ist fast fertig bebaut – und ein weiteres mögliches Neubaugebiet lässt nicht lange auf sich warten. Im Nordwesten von Frankfurt könnten mehr als 11.400 Neubauwohnungen entstehen. Das wäre Platz für 20.000 neue Einwohner. Nicht überall stoßen die Pläne von Oberbürgermeister Peter Feldmann und Planungsdezernent Mike Josef jedoch auf Zustimmung.

Im Jahr 2030 könnten 810.000 Menschen in Frankfurt leben. Derzeit sind es um die 730.000 und bereits heute ist Wohnraum knapp. Frankfurt – eine Stadt auf der Suche nach Bauland. Im Nordwesten der Mainmetropole wurden Stadtplaner nun fündig. Hier, auf einem rund 550 Hektar großen Areal zwischen Niederursel, Riedberg und Praunheim, könnten bis zu 11.400 neue Wohnungen entstehen. Noch ist dort Ackerland. Und ein Teil ist Landschaftsschutzgebiet. Damit ist bereits ein Problem bei der Erschließung da.  Wohin mit den schützenswerten Grünflächen?

Notwendig: Lärmschutzmaßnahmen

Ein anderes Thema ist die A5, welche das Gebiet durchschneidet und in den nächsten Jahren auf acht Spuren ausgebaut werden soll. Das macht wirksamen Lärmschutz erforderlich. Lärmschutzmaßnahmen bestehen in der Regel aus zwei Teilen: dem aktiven und dem passiven Lärmschutz. Aktiver Lärmschutz beinhaltet Wälle, Lärmschutzwände oder Kombinationen aus beiden, Teil- und Vollabdeckungen sowie Einhausungen und Tunnel. Die passiven Lärmschutzbestandteile werden direkt am Bauvorhaben angebracht, zum Beispiel starke Schallschutzfenster. Im Fall des neuen möglichen Baugebietes dürfte es auf aktiven Lärmschutz in Form von Wänden und Wällen hinauslaufen. Darüber hinaus wird es durch den Ausbau der Autobahn neue Unter- und Überführungen geben, womöglich werden neue Zubringer angelegt.

Bislang steht das neue Baugebiet in Nordwesten der Stadt noch ganz am Anfang. Erste Untersuchungen zu den Realisierungsmöglichkeiten des Projektes haben begonnen. Mehr nicht. Geht es nach den Plänen von Bürgermeister Feldmann, wird es ein durchmischtes Stadt-Quartier werden. Mit Gewerbe, Kitas, sozialen Einrichtungen und Neubauwohnungen für unterschiedlichste Einkommensschichten. Gedacht ist, rund 30 Prozent der Flächen an private Projektentwickler zu vergeben. Rund 40 Prozent geförderte Wohnungen sind ebenfalls angedacht.

Kennzeichen durchmischter Stadt-Quartiere

„Durchmischung“ lautet auch beim neuen Baugebiet in Frankfurt das Stichwort, wenn es um die Konzeption des Viertels geht. Das Stadt-Quartier wäre nach dem Riedberg eines der größten Entwicklungsprojekte für Frankfurt in den letzten Jahren. Vielfältig soll es sein das Viertel mit dem Ziel, Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Einkommensklassen in einem Neubau-Quartier zu verbinden. Damit soll eine Ghettoisierung vermieden werden und auch ein „stereotyper Einheitslook“, wie er von Skeptikern bei jedem neuen Bauvorhaben befürchtet wird. Durchmischte Quartiere sollen eine „Stadt der kurzen Wege“ bieten. Nicht weit soll es sein zur Kita, zur Schule und natürlich zu vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Ein weiteres Stichwort ist „Wohnen und Arbeiten“. Ein Viertel, wo das Büro oder die Werkstatt nur einen Katzensprung entfernt ist, schafft vielen Bewohnern ein Plus an Lebensqualität.

Oberursel
Neubau-Häuser entstehen im Bauvorhaben „Bleibiskopfstrasse“ in Oberursel. Bild: DELTA Verkaufsgruppe

Immer mehr Neubau-Quartiere der letzten Zeit setzen auf möglichst viele autofreie Zonen. Das dürfte bei besagtem Viertel allein durch die nahe A 5 nicht möglich sein. Eine Aufgabe der Städte ist es, die Viertel so zu organisieren und anzulegen, dass sich auch viele Bürger mit ihren Interessen dort wiederfinden. Gespräche und Entwicklungswerkstätten mit Bürgern und Anwohnern spielen deshalb beim Städtebau eine immer größere Rolle. Nicht zu vergessen der Dialog mit Nachbargemeinden. Dieser gestaltet sich bei diesem noch unbenannten Projekt in Frankfurt sehr schwierig. Angrenzend an das Gebiet befinden sich die Städte Oberursel und Steinbach.

Dort überschlägt man sich nicht vor Begeisterung bei der Aussicht auf ein neues Frankfurter Stadtviertel in der Nachbarschaft. Lokalpolitiker der Nachbarstädte befürchten, dass ihre Stadtgrenzen verschwimmen, dass wertvolle Grünflächen verloren gehen. Kurz: es gibt noch sehr viel zu tun, bis die ersten Menschen in dem ausgesuchten Gebiet wirklich wohnen können. Mindestens zehn Jahre heißt es aus der Frankfurter Stadtentwicklung. Wir halten Sie auf dem Laufenden, wie es mit den Ideen zum neuen Stadt-Viertel weitergeht.

Werfen Sie in der Zwischenzeit einen Blick auf aktuelle Neubauvorhaben in Frankfurt.

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